30. April 2011 · 02:32

Facebook Fragen: Eher öffentliches Statement, als private Meinung

Jill Buelow hat ein Profil bei Facebook und macht eigentlich unter Sicherheitsgesichtspunkten alles richtig. Sie nutzt sehr restriktive Einstellungen und erlaubt mir nur ihren Namen, ihr Geschlecht und ihr Profilfoto sehen. Gerade genug für mich um festzustellen: Diese Frau habe ich im Leben noch nie gesehen. Ihre Fotos, Pinnwandeinträge und sonstigen Inhalte hat sie abgeschaltet. Geht ja auch nicht jeden etwas an.

Trotzdem weiß ich eine Menge über sie. Sie ist zwischen 1,68 und 1,80 groß und war die Erstgeborene ihrer Eltern. Sie ist der Meinung, dass bei der letzten US-Wahl betrogen wurde, gönnt Obama keine zweite Amtszeit und ist mit der Politik von Governor Scott Walkers äußerst unzufrieden. Sie hält Raucher für unattraktiv und ist Rechtshänderin. Sie trinkt gern Coca Cola, glaubt an Gott und würde gerne mal nach Irland.

Weder bin ich einer aufwändigen Recherche nachgegangen, noch habe ich einen Privatdetektiv engagiert. Ich habe Facebooks, gestern in Deutschland gestartetes, Umfragetool „Facebook Fragen“ genutzt.

Alles könnte so schön sein: Man hat so viele Fragen. Ob es eine Empfehlung für eine neue Kamera, Fragen zur Partygestaltung am Wochenende oder die politische Weltlage im Allgemeinen ist – all diese Fragen kann man nun bei Facebook stellen und von den Freunden in einem einfachen Umfragetool beantworten lassen.

Aber nicht nur von denen. Denn Fragen sind öffentlich. So öffentlich, dass ich noch nicht einmal mit Jill Buelow befreundet sein muss, damit ich ihre Fragen und Antworten bei „Facebook Fragen“ lesen kann. Diese Einstellung lässt sich nicht ändern und auf die Öffentlichkeit der gemachten Antwort wird nicht hingewiesen.

In dieser Form könnte man diese Daten zum Beispiel für speziell abgestimmte Marketingaktionen zu verwenden. Vielleicht biete ich einem Tierfutter-Versandhändler an, die Facebook-Profile, derjenigen zu exportieren, die auf die Frage „Welche und wie viele Haustiere hast Du“ mit „2 oder mehr Hunde“ geantwortet haben?

Was heißt das jetzt? Wer „Facebook Fragen“ nutzt, sollte beachten, dass sowohl die Fragen, als auch Antworten öffentlich abrufbar sind. Einerseits kann Jeder mit rudimentären IT-Kenntnissen eine Liste der Facebook-Profile erstellen, die auf eine Frage geantwortet haben. Natürlich inklusive der Information wie abgestimmt wurde. Andererseits sind alle Umfragen, an denen man teilgenommen hat, zusammen mit den jeweiligen Antworten zusammengefasst im öffentlichen Bereich des eigenen Profils abrufbar. All diese Daten sind für Jeden abrufbar. Das sollte man wissen.

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Blog-Autor: Carsten
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